Angelregeln / Schonzeiten

An der MVP-Ostseeküste sollte man folgende Angelregeln beherzigen:

Fischereischein und Angelerlaubnis müssen beim Angeln mitgeführt und vollständig ausgefüllt sein! Alle Gewässer, einschließlich der 12-Seemeilenzone, um Rügen gelten als Küstengewässer, die nur mit entsprechenden Berechtigungen beangelt werden dürfen. Die Fischereiaufsicht kontrolliert verstärkt und auch auf Kuttern muss man eine Angelberechtigung haben. Es gilt: Jeder, der in der Nähe von Wasser Angelgeräte mit sich führt, darf nach dem Fischereigesetz kontrolliert werden. Ohne Berechtigung kann man wegen des Straftatbestandes ‘Fischwilderei’ hart bestraft werden.

1. Der Fischfang ist mit maximal drei Handangeln gleichzeitig erlaubt, welche während des Angelns ständig zu beaufsichtigen sind. Für jede Angel sind zwei Anbissstellen, beim Heringsangeln ein Vorfach (Paternoster) mit sechs Anbissstellen zulässig. Im Bereich des Hafens Stralsund gelten im Winter wiederum ganz eigene Vorschriften (einschenklige Haken etc.).

2. Von Fanggeräten der Berufsfischerei (Netzen) ist beim Angeln ein Abstand von 100 Metern einzuhalten.

3. Mit Änderung der Küstenfischereiverordnung § 9 vom 22.10.2009 wurde das Ankerungsgebot aufgehoben. Weggefallen ist der Satz:  "In den Fischereibezirken…haben Boote während des Angelns zu ankern." Das Angeln vom treibenden Boot ist damit in den Fischereibezirken erlaubt!

4. Verhalten beim Angeln (Auszug) – eine vollständige Übersicht gibt es hier

Verboten ist:

  • die Verwendung lebender Köderfische
  • die Lebendhälterung gefangener Fische im Setzkescher
  • das Angeln ohne sinnvolle Verwertung des Fanges
  • das Schleppangeln in den Bodden, Wieken und Haffen
  • die Verwendung von Geräten, mit denen Fische verletzt werden können

Wenn man eine Angelberechtigung hat, ist es ratsam, folgende Regeln beim Angeln in den Bodden und auf der Ostsee zu beachten:

Fische, die das Mindestmaß noch nicht erreicht haben (untermaßige Fische), sind unverzüglich mit der gebotenen Sorgfalt in das Gewässer in Freiheit zurückzusetzen. Die gebotene Sorgfalt beim handling (Abködern und Zurücksetzen) muss so erfolgen, dass weitere Verletzungen vermieden werden und ein Weiterleben des Fisches möglich ist.

Die Aneignung von untermaßigen Fischen oder von Fischen, die in einer Schonzeit gefangen wurden oder einem Fangverbot unterliegen, ist nicht zulässig und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, welche mit Geldbuße geahndet werden kann.

Fangverbote, gelten für Fischarten, die vom Aussterben bedroht sind oder deren Bestände besonders bedroht sind. I.d.R. sind diese Fischarten auch in der höchsten Kategorie der „Roten Listen“ erfasst. Diese Fischarten dürfen ganzjährig nicht gefangen/angeeignet werden.

 
Zulässige und verbotene Fanggeräte

Zulässige Fanggeräte
Zulässig nach dem Gesetz ist bei der Fischereiausübung durch Angler die Verwendung der HANDANGEL und der KÖDERFISCHSENKE.

Die Köderfischsenke ist ein als Hebenetz ausgelegtes Fanggerät mit Netzmaßen von höchstens 1,20 m x 1,20 m und dient dem Fang von Köderfischen.

Der Unterfangkescher stellt im Sinne des Gesetzes bei regulärer Verwendung kein Fanggerät, sondern ein Hilfsgerät dar, mit welchem der gedrillte Fisch sicher und waidgerecht gelandet werden soll.

Die zu verwendenden (erlaubten) anglerischen Fanggeräte sind in der Regel auf der Angelerlaubnis des Fischereiberechtigten hinsichtlich Art und Anzahl (!) auch vermerkt. Soweit dabei die Handangel in der Verwendung als Raubfisch- und Friedfischangel unterschieden wird, muss dies auf Angelmethode, Montage und Köderwahl bezogen werden. Als Friedfischangel kommen i.d.R. nur einfache Montagen (Stipp-, Posen-, Grundangel) mit Einfachhaken und natürlichen Ködern (Teig, Getreide, Brot, Käse, Maden, Regenwurm) in Betracht.

Unerlaubte Fanggeräte
Als unerlaubte Fangeräte für Angler sieht der Gesetzgeber alle sonstigen Fanggeräte an, die z.B. in der Berufsfischerei verwendet werden (Stell-, Wurf-, Zugnetze, Langleinen, Bungen, Aalkörbe, Reusen, Elektrofischereigeräte). Für die Verwendung dieser Fanggeräte wird vom Gesetzgeber eine höhere Sachkunde (Berufsausbildung Fischwirt oder gleichwertig) gefordert.

Verbotene Fanggeräte
Nach § 12 des Landesfischereigesetzes ist es auf allen Gewässern verboten, bei der Fischerei Schusswaffen, Speere, Harpunen, Schlingen, künstliche Köder mit feststehendem Mehrfachhaken oder andere verletzende Geräte (ausgenommen Angelhaken), Sprengstoffe oder ähnlich wirkende Stoffe, betäubende Mittel und Methoden (ausgenommen Elektrofischerei) oder Mittel und Verfahren, die geeignet sind, Fische zu vergiften, anzuwenden oder an oder auf einem Gewässer fangbereit mitzuführen.

In der Binnen- und Küstenfischereiverordnung wird die Liste der verbotenen Fanggeräte/Methoden erweitert, indem bei der Ausübung der Fischerei auch reißende, klemmende oder stechende Fanggeräte wie Aalharken, Aaleisen oder Aalscheren, und die Verwendung von Fanggeräten mit Haken verboten sind, wenn diese reißend eingesetzt werden.

In der Ostsee ist die Ausübung der Schleppnetzfischerei auf Aal ist verboten.

Schleppangeln
Beim Schleppangeln in der Ostsee sind die Zielarten i.W. die Fischarten Dorsch, Meerforelle und Lachs. Als Köder können sowohl Kunstköder (Blinker, Wobbler, Jigs) als auch Naturköder (tote Köderfische, Fetzenköder) zum Einsatz kommen; die Schleppgeschwindigkeit beträgt 1 bis 3 kn.

Für die Ausübung des Schleppangelns in den Küstengewässern des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist zu beachten, dass in den Fischereibezirken (Wismarbucht, Darßer Boddenkette, Gewässer zwischen Hiddensee und Rügen, Strelasund, Greifswalder Bodden, Peenestrom/Achterwasser und Stettiner Haff) das Schleppangeln verboten ist – hier gilt für das Angeln ein Verankerungsgebot .

Die Verwendung von Downriggern, Planerboards und Tauchscheiben beim Schleppangeln stellt i.d.R. eine sehr aufwändige und kostenintensive Technik dar. Bei einer guten Kenntnis der Gewässer und des Vorkommens und Verhaltens der Zielfischarten kann jedoch der Fangerfolg gesteigert werden.

Einen vollständigen Überblick zum Verhalten beim Angeln findet Ihr hier.
 

5. Es sind Mindestmaße und Schonzeiten einzuhalten und zu beachten! Eine vollständige Liste finden Sie hier.

Mindestmaße, Schon- & beste Angelzeiten der Angelwunder Zielfische
 
  Fisch   Mindestmaße   Schonzeiten   Beste Angelzeiten
  Aal   50 cm  01. Dez. – 28. Feb.  
  Barsch   20 cm    
  Flunder   25 cm    
  Dorsch   38 cm     ganzjährig
  Hering   16 cm     Feb. – Mai
  Lachs   60 cm   15. Sep. – 14. Dez.   Dez. – Ende Mai
  Meerforelle   45 cm   15. Sep. – 14. Dez.   Dez. – Ende Mai
  Hecht   50 cm   01. März – 30. April   Sep. – Mär. & Mai – Jun.
  Scholle   25 cm    
  Steinbutt   30 cm   01. Jun. – 31. Jul.  
  Wittling   23 cm    
  Zander   45 cm  23. Apr. – 22. Mai  
  Meeräsche   40 cm    
  Glattbutt   30 cm    
  Hornhecht       Mai
  Ostseeschnäpel   40 cm    
 
 

 

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